Wann dürfen Additive eingefüllt werden?
In welchen Fällen ist der Einsatz von Additiven gerechtfertigt?
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Traditionell gelten Gebrauchtwagenhändler als die dankbarsten Abnehmer von Motoröl-Additiven. Sie kaufen billig ein Auto, dessen Motor durch Alter oder falsche Behandlung praktisch tot ist, kippen die doppelte Menge irgendeines Additivs hinein, und siehe da, der Motor läuft sofort fast wie neu!
Danach kommt so ein Wagen, nach ein paar einfachen Eingriffen an Kilometerzähler, Pedalen, Lenkrad und anderen Teilen, die auf hohe Laufleistung hindeuten, auf den Gebrauchtwagenmarkt und wird für eine ganz andere Summe an einen sorglosen Käufer verkauft, mit dem Märchen, das Auto sei lange von einem ordentlichen Opa gefahren worden, nur am Wochenende und nur zum Supermarkt. Darauf fallen übrigens manchmal auch recht erfahrene Autofahrer herein, denn den möglichen Einsatz fremder Additive im Motoröl zu erkennen, ist extrem schwierig.
Der Moment der Wahrheit kommt natürlich beim ersten Ölwechsel, wenn der Käufer begreift, dass er statt eines Fortbewegungsmittels in Wahrheit ein schwarzes Loch für das Familienbudget gekauft hat. Und etwas zu beweisen ist dann praktisch unmöglich, denn der Verkäufer kann immer sagen, er habe das Auto nur sehr kurz besessen und nichts Derartiges darüber gewusst, außerdem hätte man beim Kauf die Ware genau ansehen müssen.
So viel dazu, wie Motoröl-Additive helfen, auf unehrliche Weise Geld zu verdienen. Es gibt aber auch Situationen, in denen der bewusste Einsatz von Additiven im Motor das Familienbudget schonen und echten Nutzen bringen kann.
Gemeint sind Situationen, in denen das Schicksal des Motors schon besiegelt ist, Sie aber einen Aufschub brauchen. Zum Beispiel verbraucht Ihr Motor weit mehr Öl als normal, und nach Gesprächen mit Fachleuten und einem Blick auf die aktuelle Marktlage haben Sie beschlossen, den Motor nicht zu reparieren, sondern einfach auszutauschen. Natürlich ist es praktisch unmöglich, sofort einen neuen oder guten gebrauchten Motor zu finden, außerdem müssen Sie noch eine Werkstatt finden, die ihn einbaut, und den Beginn der Arbeiten, die nicht nur einen Tag dauern, im Voraus vereinbaren.
Trotz der bereits getroffenen Entscheidung zum Motortausch müssen Sie also noch eine Zeit lang „auf Rädern“ bleiben. Dabei haben Sie die Wahl: entweder alle 200 km nicht gerade billiges Öl nachzufüllen oder doch ein Additiv einzufüllen und dafür auf ein billigeres Öl zu wechseln. Die Wahl ist hier ganz eindeutig: Das Additiv erspart Ihnen unnötige Kosten und Mühe. Aber nur für eine gewisse Zeit, das sollten Sie nicht vergessen.
Das ist eigentlich alles, andere Fälle, in denen der Einsatz von Motoröl-Additiven irgendwie gerechtfertigt wäre, gibt es einfach nicht! Wir wiederholen noch einmal: Rechnen Sie nicht darauf, dass nach dem Einsatz von Additiven noch eine Generalüberholung möglich ist; wenn Sie es genau wissen wollen, sprechen Sie mit einem erfahrenen Motorenbauer, der erzählt Ihnen mehr darüber.
Und zum Schluss: Erwarten Sie von der Wirkung der Additive im Motoröl nicht zu viel. Wenn bei Ihnen ein Liter Motoröl auf 100 km verbrennt, hilft Ihnen ein zusätzlicher Film an den Zylinderwänden höchstwahrscheinlich nicht mehr, und der Ölverbrauch ändert sich in keiner Weise.