Was steht auf dem Etikett eines Motoröls?
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Entschlüsseln wir zunächst die Angaben auf der Verpackung eines beliebigen Motoröls, denn die allermeisten Autofahrer wählen ihr Motoröl gerade nach diesen Angaben aus.
Was schreiben die Hersteller also üblicherweise auf die Etiketten von Motorölen? In der Regel steht dort ziemlich viel Text über Qualität, Einzigartigkeit und weitere Vorzüge gerade dieses Herstellers und gerade dieser Ölmarke.
Man kann sich leicht denken, dass das alles Werbung ist, deren Hauptzweck darin besteht, noch einen weiteren Kunden zu gewinnen. Auf Aufdrucke wie „unser Öl ist das Beste vom Besten“, „das Öl passt ideal für …“ und Ähnliches achten wir deshalb nicht.
Man muss sich nur klarmachen, dass diese Texte von Leuten geschrieben werden, die seit Jahren das Verhalten und die Motive der Käufer von Motorölen studieren, und sie schreiben nicht über das Motoröl in der Dose, sondern darüber, was Sie dort lesen wollen! Lächeln Sie nicht, sie wissen darüber tatsächlich ein bisschen Bescheid.
Die wirklich wichtigen Angaben, die Ihre Entscheidung für genau dieses Motoröl tatsächlich beeinflussen können und sollten, stehen meist an unauffälliger Stelle und in kleiner Schrift. Warum? Erstens gelten Autofahrer traditionell als in technischen Details nicht besonders bewandert (milde gesagt), und zweitens ist das eben Tradition, alle machen es so, und niemand fragt sich, warum und wozu.
Welche Angaben sind wirklich nützlich und wichtig?
Die Antwort ist einfach: Fakten, nur Fakten!
Zunächst ein paar Worte zu synthetischen und mineralischen Ölen. Tatsächlich ist die Art, wie das Grundöl gewonnen wird, bei der Wahl eines Motoröls bei Weitem nicht der wichtigste Parameter, auch wenn viele Autofahrer gerade darauf besonders achten. Ja, Synthetik ist Mineralöl in den Betriebseigenschaften überlegen, aber wird Ihr Motor das merken, wenn das Serviceintervall richtig gewählt ist und das Öl den Anforderungen des Fahrzeugherstellers entspricht? Lesen Sie den Artikel dazu und entscheiden Sie selbst.
Meist steht an der auffälligsten Stelle der Verpackung die Viskosität des Motoröls nach der SAE-Klassifikation (im Beispiel auf dem Bild 5W-40). In den meisten Fällen ist das der einzige Parameter eines Motoröls, den Autofahrer ohne Weiteres erkennen. Leider entspricht die Viskosität des Öls, nach dem Autobesitzer suchen und das sie kaufen, aber längst nicht immer der Viskosität, die tatsächlich zu ihrem Motor passt (mehr zur Wahl der Viskosität eines Motoröls).
Alle übrigen Angaben, die für den Käufer wirklich Wert haben, sind dagegen in der Regel in einem großen Textblock versteckt und in kleiner Schrift gedruckt. Das ist ungefähr wie die Zutatenliste auf Lebensmitteln.
Wonach suchen wir also? Wir suchen die Angaben zu den zuerkannten Qualitätsklassen und den Herstellerfreigaben, denn das ist das wichtigste Kriterium bei der Wahl eines Motoröls. Außerdem hat das Öl auf dem Weg zu den Dokumenten, die zum Aufdruck all dieser Klassen und Freigaben berechtigen, (in jedem Fall) recht aufwendige Tests und Prüfungen durchlaufen, ihr Vorhandensein bestätigt also mittelbar noch einmal die Qualität gerade dieses Motoröls.
Heute nutzen praktisch alle Fahrzeughersteller zur Formulierung der Anforderungen an Qualität und Zusammensetzung des Motoröls für ihre Motoren entweder die ACEA-Klassifikation (Punkt 1 auf dem Bild, Europa, mehr zur ACEA-Klassifikation) oder die API (Punkt 2, USA, mehr zur API) oder entwickeln eigene Standards, die Freigaben heißen (Punkt 3, mehr zu den Freigaben).
Auf der Dose lassen sich außerdem das Herstellungsland ablesen und der Text sogar mit dem Strichcode abgleichen, doch ein irgendwie belastbares Kriterium ist das kaum, denn seriöse Marken sorgen dafür, dass die Qualität der Produkte in verschiedenen Werken gleich ist.
Damit ist im Grunde alles gesagt, weitere nützliche Angaben gibt es auf dem Etikett eines Motoröls nicht. Und da Sie jetzt wissen, wie man das Etikett eines Motoröls entschlüsselt, sind Sie bereit für den wichtigsten Artikel dieser Website: Die Wahl des Motoröls in 7 Schritten.