Statt eines Vorworts
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- Motoröl in 7 Schritten auswählen
- Statt eines Vorworts
- Wie fängt es meistens an?
- Schritt eins: Herstellerempfehlungen klären
- Schritt zwei: Und was war vorher drin?
- Schritt drei: Die aktuelle Lage analysieren
- Schritt vier: Marktanalyse
- Schritt fünf: Ölart und Viskosität wählen
- Schritt sechs: Das Öl auswählen
- Schritt sieben: Öl kaufen
Es ist keineswegs gesagt, dass jeder Besucher alle Beiträge auf dieser Seite liest, und noch weniger, dass jeder bei der Ölwahl genau so vorgeht, wie es hier steht. Trotzdem wage ich zu behaupten, dass die hier beschriebene Denkweise bei der Wahl des Motoröls die einzig richtige ist, wenn der Motor lange in gutem Zustand bleiben soll.
Leider haben sich viele Motorölhersteller zu sehr vom Marketing mitreißen lassen und kümmern sich nicht einmal darum, wie man aus ihrem Sortiment das richtige Öl auswählt.
Analysiert man, wie Werbung und offizielle Herstellerseiten ihre Informationen aufbereiten, kommt man zu dem Schluss, dass sich praktisch alle längst und weit vom ärztlichen Grundsatz „Nicht schaden“ entfernt haben, denn die Opfer ihrer Werbung werden über die Folgen einer falschen Ölwahl nicht informiert.
Vielleicht überschätze ich die Bedeutung der Ölwahl stark und male zu schwarz, werden Sie sagen? Mag sein, doch leider zeigt die Praxis, dass die allgemeine Qualität und Zuverlässigkeit der Motoren neuer Autos aller Marken in letzter Zeit sinkt und neue Motoren deshalb immer empfindlicher auf Qualität und Richtigkeit der Wartung reagieren. Die Zeiten, in denen man „unkaputtbare“ Autos baute, sind längst vorbei.
Ein bisschen Geschichte. Bis etwa Mitte der 1980er-Jahre wurden die Motoren für die Öle konstruiert, die es bereits auf dem Markt gab, und Motoröle waren gewissermaßen universell: Sie wurden durch die Viskosität und ein mehr oder weniger gutes Additivpaket charakterisiert. Dann kehrten sich die Rollen um. Die Autohersteller, die untereinander mit Baureihen immer stärkerer und sparsamerer Motoren konkurrierten, begannen, den Ölherstellern ihre Anforderungen zu diktieren, und jeder neue Motor hing immer stärker von der chemischen Zusammensetzung des eingefüllten Öls ab.
Ganz einfach gesagt: Dasselbe hochwertige moderne Öl kann einem Motor das Leben spürbar verlängern und einen anderen schon nach wenigen zehntausend Kilometern ruinieren. Deshalb gilt: Wenn Ihr Auto etwa nach 1985 gebaut wurde, erst recht aber nach 1997, sollten Sie die Ölwahl sehr ernst nehmen.
Es gibt auch die umgekehrte Regel: Ultramoderne, dünnflüssige Öle wie 0W-20 oder 0W-30 gehören nicht in Motoren, die nicht dafür ausgelegt sind, und das sind die meisten Motoren, die vor Anfang der 2000er-Jahre gebaut wurden. Viele Autohersteller ziehen diese Grenze beim Jahr 2001 (siehe kurz zur Verträglichkeit von Motoren und Ölen).