10 Regeln fürs Fahren im Winter

In dieser Rubrik: 5 Artikel
  1. Wie erkennt man die Qualität von Benzin?
  2. 10 Regeln fürs Fahren im Winter
  3. Wie wählt man eine Fahrschule aus?
  4. 12 Kriterien für die Wahl einer Fahrschule
  5. 10 Tipps zum Senken des Kraftstoffverbrauchs

Bald steht also Ihr erster „Autowinter“ vor der Tür. Was sollten Sie wissen, um das Risiko eines Unfalls so gering wie möglich zu halten? Gibt es überhaupt ein Training fürs Fahren im Winter? Wie verhält man sich richtig auf glatter Fahrbahn, und lohnt es sich überhaupt, im Winter zu fahren? Versuchen wir, einige dieser Fragen zu beantworten.

Vor allem muss das Auto richtig auf den Winter vorbereitet werden. Dabei geht es nicht nur um die Winterreifen – alle wichtigen Baugruppen brauchen Aufmerksamkeit. Vor dem Kälteeinbruch sollten Sie unbedingt alle Betriebsflüssigkeiten prüfen und bei Bedarf wechseln (Motoröl, Servolenkungsöl, Bremsflüssigkeit sowie die Flüssigkeiten in Getriebe und Fahrwerk), außerdem die Batterie und alle Gummiteile des Fahrwerks: Traggelenke, Spurstangenköpfe, Silentblöcke und so weiter. Und natürlich die Winterreifen aufziehen, und zwar an allen vier Rädern. Auch das Reserverad muss „winterlich beschuht“ sein!

Ob Sie im Winter fahren oder nicht, entscheiden Sie selbst. Bedenken Sie aber, dass lange Standzeiten (selbst in einer beheizten Garage) Ihrem Auto überhaupt nicht guttun. Außerdem ist die Fahrt im Winter bei Beachtung einfacher, aber wichtiger Regeln hinsichtlich der Unfallgefahr nicht viel gefährlicher als im Sommer – alles liegt letztlich in Ihrer Hand. Versuchen wir, die Regeln zu formulieren, die jeder Fahrer im Winter einhalten sollte, unabhängig von Erfahrung, Qualifikation, Erfolgen im Motorsport und sonstigen Verdiensten und Titeln:

1. Keine abrupten Bewegungen. Weder mit den Händen noch mit den Füßen. Hinter dem Steuer sind ruckartige Bewegungen zu jeder Jahreszeit fehl am Platz, im Winter sind sie aber um Größenordnungen gefährlicher, und die möglichen Folgen sind weit dramatischer. Also tun wir alles sanft und allmählich: lenken, bremsen, anfahren, Gas wegnehmen und beschleunigen.

2. Die Geschwindigkeit an die Straßenverkehrsordnung anpassen. Die Volksweisheit, dass Verkehrsregeln mit Blut geschrieben sind, gilt unter schwierigen Bedingungen (zu denen unter anderem Glatteis gehört) ganz besonders. Es steht nicht weniger auf dem Spiel als das Leben – Ihres, das Ihrer Mitfahrer und das der anderen Verkehrsteilnehmer. Vergessen Sie nicht, dass weiter vorn vielleicht gerade ein Max Mustermann in seiner alten Schüssel gegen die Regeln verstößt. Sehen Sie ihn erst im letzten Moment, können Sie nicht wie im Sommer einfach „ausweichen“ und den Zusammenstoß vermeiden. Sie müssen in Sekundenbruchteilen entscheiden: rammen oder auf den Gehweg mit Passanten ausscheren, in den Graben, ins Feld, in den Wald, gegen einen Baum, einen Mast, ein entgegenkommendes oder stehendes Auto (Zutreffendes bitte unterstreichen). Und das alles kann sehr schlecht ausgehen, es sei denn, Sie fahren natürlich so langsam, dass Sie auch auf glatter Straße rechtzeitig zum Stehen kommen und den Idioten vorbeilassen. Nehmen Sie sich nicht die Chance zu überleben – das lohnt sich nicht.

Fahren im Winter 3. Keine übertriebene Selbstsicherheit. Wenn Sie ein Fahrsicherheitstraining besucht haben, wie es viele Fahrschulen anbieten, hat man Ihnen sicher erklärt, dass alle diese Fertigkeiten nur für Extremsituationen gedacht sind und dazu dienen, dem Fahrer durch mehr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten Ruhe zu geben. Diese Fertigkeiten anzuwenden oder (noch schlimmer) Stuntmanntricks mit der Handbremse nachzumachen, ist ausschließlich auf speziellen Übungsplätzen erlaubt, auf keinen Fall aber auf der Straße, auch wenn sie Ihnen gerade leer erscheint. Schon eine Sekunde später kann aus einer dunklen Seitenstraße (oder hinter einem Haus) derselbe Max Mustermann in seiner alten Schüssel hervorschießen, noch dazu angetrunken. Das Ergebnis entspricht dem unter Punkt 2 Beschriebenen.

4. Den Abstand verdoppeln, besser verdreifachen. Glauben Sie mir, Sie kommen nur 5 Minuten später zur Arbeit, wenn sich im Verkehr (selbst im Stau) zwei oder gar zehn Eilige vor Sie „hineinquetschen“. Dafür verlieren Sie Stunden mit dem Warten auf die Polizei, wenn vor dem Auto, das vor Ihnen fährt, derselbe Max Mustermann scharf bremst und sich herausstellt, dass er die besseren Reifen oder trockeneren Asphalt unter den Rädern hat.

5. Das Auto immer warmlaufen lassen! Dabei geht es nicht einmal darum, dass auch Motor und Getriebe ein Minimum an Warmlaufen brauchen. Es geht vor allem um die Scheiben und die Temperatur im Innenraum (Beschlag und Kondenswasser auf dem Glas). Schlechte Sicht und Unbehagen des Fahrers sind keine guten Begleiter auf schwieriger, glatter Straße.

6. Bei Frost gibt es keine trockene Straße! Selbst wenn Sie gerade scheinbar über trockenen Asphalt fahren, kann niemand garantieren, dass 500 Meter weiter nicht irgendein Herr Mustermann gestern versehentlich Wasser verschüttet hat oder der Hausmeister den Schnee vom Gehweg auf die Fahrbahn gekehrt hat. Denken Sie immer an die Unberechenbarkeit des Straßenbelags.

7. Im Kofferraum sollte immer ein Vorrat Frostschutz für die Scheibenwaschanlage liegen. Auch wenn Sie den Behälter gerade randvoll gefüllt haben, kaufen Sie trotzdem noch einen Liter auf Vorrat. Niemand weiß, wann er zur Neige geht und wie weit es von dieser Stelle bis zur nächsten Tankstelle (zum nächsten Laden) ist. Für ernsthaften Ärger reichen schon hundert Meter.

8. Keine unnötigen Spurwechsel. Versuchen Sie, jeden Spurwechsel auf ein Minimum zu beschränken. Müssen Sie auch erst in zwei Kilometern links abbiegen, ordnen Sie sich gleich links ein, und sollen die hinter Ihnen doch blinken und hupen – achten Sie nicht darauf, ein vernünftiger Mensch tut so etwas nicht. Und das „schachbrettartige“ Wechseln der Spur, um schneller von A nach B zu kommen, müssen Sie im Winter vergessen. Hinter dem Steuer darf man nie hetzen, im Winter ist es aber wirklich eine Frage von Leben und Tod.

9. Aus einer Schneewehe so sanft wie möglich herauskommen. Wenn sich das Auto „eingegraben“ hat oder über Nacht einfach eingeschneit wurde, bloß nicht nervös werden und die Räder auf dem Eis durchdrehen lassen – so machen Sie es nur schlimmer. Befreien Sie zunächst alle Räder im Umkreis von mindestens einem halben Meter vom Schnee und kommen Sie dann durch „Schaukeln“ aus der Wehe heraus (das funktioniert nur beim Schaltgetriebe), indem Sie im zweiten Gang anfahren. Mit Automatik ist das deutlich schwieriger – dann müssen Sie sich entweder Helfer suchen oder Bretter, Sand und dergleichen unter die Antriebsräder legen. Als letztes Mittel (wenn nichts anderes zur Verfügung steht): Lassen Sie etwas Luft aus den Antriebsrädern ab (nicht ganz, aber sichtbar, auf etwa 0,5–0,7 atm). Aber das geht nur, wenn im Kofferraum ein funktionierender Kompressor (eine Pumpe) liegt und Sie die Räder sofort wieder aufpumpen können.

10. Ein eigener Rat für Besitzer von Allradfahrzeugen und Geländewagen. Ein Allradauto beschleunigt auf glatter Straße schneller als eines mit nur einer angetriebenen Achse (bei sonst gleichen Bedingungen), gebremst wird aber ungefähr gleich. Der Allradantrieb bringt Ihnen auf glatter Fahrbahn also praktisch keine Vorteile in puncto Sicherheit. Geländegängigkeit – ja, Sicherheit – nein. Lassen Sie also in der Aufmerksamkeit nicht nach, das oben Gesagte betrifft Sie nicht weniger als die Fahrer von Autos mit nur einer angetriebenen Achse.

Abschließend sei gesagt, dass in allen Fällen die Grundlage sicheren Fahrens (zu jeder Jahreszeit) die Fähigkeit ist, angemessen auf die Lage auf der Straße zu reagieren. Die winterliche Straße unterscheidet sich von jeder anderen vor allem dadurch, dass sie unberechenbar ist: Sie können nie wissen, was selbst 300 Meter weiter auf der Fahrbahn los ist – welcher Belag Sie erwartet, wer plötzlich auf die Straße springt und wie das alles enden kann. Deshalb lautet die wichtigste Regel für den Winter: nirgendwohin hetzen und vorsichtig fahren.

Ob Sie ein spezielles Fahrsicherheitstraining besuchen sollten, müssen Sie selbst entscheiden. Wichtig ist aber zu verstehen, dass Sie im Winter auch nach diesen Kursen nicht schneller oder aggressiver fahren dürfen – das ist unter allen Umständen unvernünftig und gefährlich. Wenn Sie sich dennoch für einen Fahrlehrer entscheiden, denken Sie daran: Eine gute Fahrschule ist Gold wert. Wählen Sie nicht das, was billiger ist, sondern das, was Ihre Fertigkeiten wirklich verbessert.

Zusätzlich empfehlen wir: Kriterien für die Wahl einer Fahrschule

P.S. Max Mustermann, der in diesem Artikel immer wieder auftaucht, ist eine erfundene Figur – jede Ähnlichkeit mit realen Personen und Ereignissen ist zufällig.