Welche Faktoren verkürzen das Wartungsintervall?
Welche Faktoren beeinflussen das Wechselintervall beim Motoröl?
In dieser Rubrik: 12 Artikel
- Wie oft sollte man das Öl wechseln?
- Empfehlungen des Fahrzeugherstellers
- Wie berechnen die Hersteller das Wechselintervall?
- Wechselintervall beim Öl (Longlife)
- Welche Faktoren verkürzen das Wartungsintervall?
- Wie bestimmt man das Ölwechselintervall?
- Ölwechselintervall heute: Longlife, Serviceanzeige und Kurzstrecken
- Zur Häufigkeit des Ölwechsels
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Die wichtigsten sind die Jahreszeit, die Betriebsart sowie die Qualität von Kraftstoff und Verbrauchsmaterial. Manche Fahrzeug- und Motorölhersteller geben je nach Einsatzbedingungen unterschiedliche Empfehlungen, wie oft das Motoröl gewechselt werden muss. Mitunter ist dabei von „schweren Bedingungen“ beim Betrieb des Autos die Rede, unter denen das Motoröl häufiger gewechselt werden sollte.
Was sind eigentlich „schwere Bedingungen“?
Erstaunlicherweise etwas ganz anderes, als sich sehr viele Autofahrer darunter vorstellen. Ohne allzu tief in Physik und Chemie der Vorgänge im Motor einzusteigen, lassen sich die wichtigsten Betriebsarten benennen, die für den Motor „schwer“ sind und die Lebensdauer des Motoröls erheblich verkürzen. „Schwere“ Bedingungen sind also:
1. Unregelmäßige Nutzung des Autos oder lange Betriebspausen. Kennen Sie das Sprichwort „Ein Auto muss jeden Tag fahren!“? Genau so ist es. Ein Motor, der nur einmal pro Woche gestartet wird oder im Winter gar nicht anspringt, braucht viel mehr Aufmerksamkeit und häufigere Ölwechsel und hält höchstwahrscheinlich weniger lang als ein gleicher Motor, der täglich läuft.
Das liegt am Kondenswasser, das sich bei längeren Standzeiten im Motor bildet. Vermischt mit den Verbrennungsprodukten von Benzin oder Diesel, wird es zu einer ziemlich wirksamen Säure, die den Motor von innen zerfrisst. Die Geschichten von Gebrauchtwagenhändlern, ein Opa sei mit dem Wagen nur einmal pro Woche zum Supermarkt gefahren, sind deshalb im Hinblick auf den Zustand des Autos eine äußerst zweifelhafte Werbung. Da das aber in 99 % der Fälle ohnehin nicht stimmt und nur den dreist zurückgedrehten Kilometerstand kaschiert, brauchen Sie sich darüber nicht allzu viele Gedanken zu machen.
2. Regelmäßige Kurzstrecken. Wie viele Kilometer liegen zwischen Ihrer Wohnung und Ihrem Arbeitsplatz? Haben Sie je darauf geachtet, welchen Teil der Strecke Sie morgens (und entsprechend abends) mit einem Motor fahren, der noch nicht auf Betriebstemperatur ist? Anders gefragt: Sind Sie sicher, dass Ihr Motor auf dem Weg zur Arbeit überhaupt vollständig warm wird? Es geht wieder um das Kondenswasser mit allen Folgen. Besonders im Winter ist das aktuell.
3. Stau und Stop-and-go-Betrieb. Wenn Sie sich an den Physikunterricht erinnern, wissen Sie, dass die größte Belastung für den Motor beim Anfahren entsteht. Genau in diesen Momenten erwärmt sich das Öl stärker und verliert seine Eigenschaften am intensivsten.
4. Fahren im Gebirge, Anhängerbetrieb sowie dauerhaftes Fahren mit beladenem Auto. Wieder eine erhöhte Belastung für den Motor, die zu vorzeitiger Oxidation und Eindickung des Motoröls führt.
5. Betrieb des Autos in staubiger oder verschmutzter Luft. Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass in vielen westeuropäischen Ländern die Schuhe am Abend genauso sauber sind wie am Morgen? Meinen Sie, dort gibt es weniger Staub? Wahrscheinlich schon, aber entscheidend ist, dass dort die Straßen gewaschen werden! Regelmäßig, zu jeder Jahreszeit. Und genau für diese sauberen Straßen mit sehr wenig Staub und Schmutz berechnen die europäischen Hersteller den Zeitraum, nach dem das Motoröl einfach verschmutzt ist und seine Eigenschaften vollständig verliert. Für diese Straßen werden die Luftfilter entwickelt, die Sie zusammen mit dem Motoröl wechseln. Und deshalb steht in den Serviceheften ausländischer Fahrzeuge oft, dass der Luftfilter nur alle 60 000 km gewechselt wird!
6. Schlechte Kraftstoffqualität. Hier ist wohl alles klar: Alles, was im Zylinder nicht verbrennt, setzt sich im Motoröl ab und senkt dessen Wirksamkeit erheblich. Man muss also verstehen, dass die Empfehlungen zu den Wechselintervallen für Motoröl und Verbrauchsmaterial bei europäischen Autos von europäischer Kraftstoffqualität ausgehen. Was der Tankwart Fedja in den Tank kippt, der gerade einen Kanister Benzin für seinen Shiguli abgezapft hat, würde sich ein Deutscher nicht einmal im Albtraum vorstellen. Auch die Qualität des Kraftstoffs ab Werk ist in Europa und in der Ukraine sehr unterschiedlich – das muss man anerkennen.
7. Stau und Leerlauf des Motors. Beim Stehen mit laufendem Motor sinkt die Wirksamkeit des Kühlsystems erheblich, das Öl wird heiß.
Damit liegt auf der Hand, dass die idealen Betriebsbedingungen für ein Auto regelmäßige lange Fahrten mit leerem Wagen bei mäßigem Tempo auf sauberen europäischen Straßen sind, und dazu noch mit europäischem Kraftstoff. Weichen Ihre Bedingungen davon ab, müssen Sie die Empfehlung des Fahrzeugherstellers zum Ölwechselintervall anpassen. Selbstverständlich nach unten.
8. Absaugen des Öls über den Peilstab, auch Express-Ölwechsel genannt.